Für Krebpatienten schafft die Therapie mit oralen Darreichungsformen Freiräume für Beruf, Familie und Freizeit. Diese orale Zytostatikatherapie ist jedoch keine "kleine untoxische Chemotherapie", sondern erfordert in der ambulanten Versorgung eine noch intensivere Beratung.
Der Auslöser, eine geringer Dosis zu wählen oder keine Medikamente einzunehmen, sind seitens des Krebspatienten veilfältig und nicht immer therapiebezogen, wie ein jüngst gerichtetes Beispiel aus einer vogtländischen Apotheke zeigt:
Der Apotheker gibt für einen 58-jährigen Patienten Sutent® 50mg ab und weist ihn in die korrekte Einnahme und das Einnahmeschema ein. Die persönliche Auslieferung einer weiteren Bestellung aus der Apotheke ermöglichte 8 Wochen nach der Erstverordnung ein phamazeutisches Beratungsgespräch in der Wohnng des Patienten. Dabei stellte sich heraus, dass sich beide Packungen Sutent® noch immer ungeöffnet im Medikamentenschrank des Patienten befanden. Der Patienten, der den hohen Preis des Medikamentes bereits aus dem Gespräch mit dem Arzt kannte, erklärte, dass ein solch kostenintensives Medikament bestimmt auch Nebenwirkungen habe und dass ihm daher die Einnahme zu gefährlich erschien.
Mit mehr Information allein scheint es aber nicht getan zu sein. Denn auf die Therapietreue hatte die Versorgung mit Motivationsbriefen und Informationsbroschüren bei Bustkrebspatientinnen unter adjuvanter Hormontherapie im Rahmen des PACT Programms keinen nennenwerten Effekt.
Die Komplexitiät mancher Therapieschamata, neue zielgerichtete Therapien, selbstbewusste Patienten, psychosoziale und teilweise kulturell-religiöse Aspekte waren kürzlich der Anstoß, um eine individuell zugeschnittene Kommunikation und Motivation, ein professionelles Interaktions- und Nebenwirkunsmanagement, ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis sowie idelaerweise die Kooperation zwischen allen involvierten Heilberufen zu fordern (Ärztezeitung.de vom 22.07.11)
Um Ihnen, liebe Leiser, den Einstieg in einen solche Kooperation vor Ort im Interesse Ihrer gemeinsamen Krebspatpienten zu erleichtern, haben die Autoren in der heutigen Ausgabe der "onkologischen Pharmazie" zum Thema "Orale Zytostatika" wesentliche Beiträte zusammengetragen. Und so spannt sich dieser Bogen von der Magenverweilzeit oraler Darreichungsformen, die Do's and Don'ts sowie weitere prasixrelavante Informationen für die Orale Zytostatikatherapie über Hinweise zur Arzneimittel-Applikation über Sonden zur zur Complianceförderung und speziellen Kommunikationsaspekten - und letzteres auch aus einer interessanten Patientenperspektive.
Achten Sie in den nächsten Wochen auch auf aktuelle Informationen zum Start der DGOP-Initialtive "Orale Zytostaktika-Therapie - sicher und effektiv durch gemeinsame Beratung" und die entsprechenden Fortbildungen in Ihrem Kammerbezirk.
Dr. Karla Domagk (Chefredakteurin)










